Peterskapelle

Peterskapelle | © Walter KarbachAm südlichen Ortseingang von Spay an der Mainzer Strasse liegt die die Peterskapelle. Früher lag nebenan ein Hofgebäude des Klosters Eberbach welches mittlerweile untergegangen ist. Die Kapelle bietet im Innenraum Wandmalereien, die aus dem 14. Jahrhundert entstammen - ein seltenes Zeugnis mittelalterliche Wandmalereien im Rheinland.


Geschichte der Peterskapelle


Die Kapelle wurde urkundlich erstmals in den Jahren 1236 und 1237 erwähnt. Derzeit lauf dendrochondrische Untersuchungen, die ein genaueres Datum  erwarten lassen. 

Die Originale dieser Urkunden befinden sich im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden. Nach diesen Urkunden schenkte Ritter Drabodo von Oberspay und seine Gemahlin Hedwig dem Zisterzienser Kloster von Eberbach die Kapelle. Dieser Urkunde zufolge war die Peterskapelle von den Vorgängern der Eheleute auf eigenem Grund und Boden errichtet worden. Offenbar handelte es sich bis 1237 um eine adelige Eigenkirche. Das das Kloster Eberbach Bauherr des gotischen Umbaus der Kapelle gegen oder um 1300 gewesen ist, kann nur vermutet werden. Die Mönche von Eberbach setzten einen Priester ein. Als Filialkirche der Pfarrei Niederspay war die Peterskapelle jedoch nie Pfarrkirche.

Bis 1794 wurde freitags eine Messe und sonntags eine Frühmesse zelebriert.
Ihr Zustand wird um die Mitte des 19. Hd. als verfallen bezeichnet.

1919 ging die Kapelle in den Besitz der Zivilgemeinde Oberspay über. 1931/32 erfolgte die umfassende Freilegung der gotischen Ausmalung und ihre nachweislich erste Restaurierung durch den Kirchenmaler Hermann Velte sen. aus Darmstadt. Auf diesen folgte 1950 eine Restfreilegung und erneute Restaurierung durch sein Sohn. Seit 1980 steht die Peterskapelle unter Denkmalschutz. 1984 wurde der Förderverein "Förderkreis Peterkapelle e.V." gegründet dessen Mitglieder sich unermüdlich für den Erhalt einsetzen. Seit 2002 engangiert sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in diesem Projekt.
 


Architektur


Peterskapelle Bild Innenraum 1 | © Günther WernerDie Kapelle ist ein Saalbau von 15 Meter Länge und 6 Meter Breite. bestehend aus einem flachgedeckten Langhaus und einem kreuzrippengewölbten Chor aus einen Joch und Fünfachtelschluss. In der Höhe der Empore an der Wand zur Rheinseite wurde bei Reparaturarbeiten am äußeren Mauerwerk ein zugemauertes Rundbogenfenster gefunden. An verschiedenen Stellen im Mauerwerk ist noch eine aus der Römerzeit stammende Fischgrät-Mauertechnik sichtbar, die mit einigen Unterbrechungen bis ins 13. Jahrhundert im Rheinland angewandt wurde. 

Peterskapelle Bild Innenraum 2 | © Günther Werner


Die Fresken der Peterkapelle


Der künstlerische Wert der Peterskapelle liegt im Besonderen in der Ausmalung, die wahrscheinlich zwischen 1300 und 1330 erfolgte. 1931/32 wurden die Fresken erstmals restauriert. Dabei wurden die Wandmalereien freigelegt. Die Gesichter der dargestellten Personen gingen jedoch dabei verloren. Da im Mittelalter nur einige privilegierte Leute des Lesens und Schreibens mächtig waren, diente auch die bildliche Darstellung wie hier in der Peterskapelle der Wissensübermittlung und frommen Belehrung.

Peterskapelle Bild Freske 1 | © Günther WernerSie stellen an der Südwand Szenen des Jüngsten Gerichts, der Auferstehung und der Passion Christi dar. Die Nordwand zeigt die Heiligen Martin und Christopherus sowie die Wägung der Seelen. An der Stirnwand befinden sich Darstellungen der Anbetung der Könige und nochmals des heiligen Martin, diesmal zu Pferde. Der Chor ist mit Aposteldarstellungen geschmückt. Diese Wandgemälde gehören in ihrer kunsthistorischen Bedeutung sowie in ihrem Umfang zu den schönsten und qualitätvollsten mittelalterlichen Ausmalungen in Rheinland-Pfalz.

Peterskapelle Bild Freske 2 | © Günther WernerDie Fresken wurden infolge eindringenden Wassers geschädigt. Nachdem sich ein enthusiastischer Förderverein des Objekts angenommen hatte, erfolgte die Instandsetzung von Dachstuhl, Holzdecke und Mauerwerk. Die Gefährdung der Malerei nutzte das Landesamt für Denkmalpflege für eine umfangreiche dokumentierte Untersuchung durch die Amtswerkstatt. Seit 1999 werden die Malereien restauriert. Ab 2000 beteiligte sich auch die DSD dank der GlücksSpirale und der Dres. Ursula und Justus Keudel-Stiftung in der DSD an der restauratorischen Behebung verschiedener Schäden. 

Peterskapelle Bild Freske 3 | © Günther WernerBei den Malereien wird zunächst der bemalte Putz auf Hohlstellen untersucht, lose Putzteile durch Hinterfüllen mit Kalkhydratmasse wieder befestigt und die Putzränder sauber ausgearbeitet. An Stellen, wo die Putzteile unwiederbringlich verloren gegangen sind, wird der historische Putz durch einen Neuputz ergänzt. Das Arbeitsergebnis ist von hoher Qualität.


Peterskapelle im Winter | © Klaus Nörtershäuser

 

 

Peterskapelle historischer Text | © Günther Werner


 


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