Löschkarren 1928 Freiwillige Feuerwehr Oberspay | © FFW Spay

Freiwillige Feuerwehr Spay Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Spay


Feuer und Wasser waren von Anfang an für den Menschen Lebenselement und Notwendigkeit, aber auch Bedrohung zugleich. Mit dem Zusammenleben in Siedlungsgemeinschaften nahm die Bedrohung durch Feuersbrunst natürlich zu, so wurde der Mensch zu Schutzmaßnahmen gezwungen. Bereits im Altertum d.h. ca. 250 v. Chr. gab es die ersten primitiven Feuerspritzen, die uns zeigen, das Brandhilfe bereits organisiert war. Eine eigentliche Feuerwehr gabes zu dieser Zeit nicht, sondern der Brandschutz gehörte zum allgemeinen Sicherheitsdienst.

Der wirksamste Brandschutz erfolgte durch Nachbarschaftshilfe, in jedem Haushalt musste früher ein Ledereimer zum löschen vorhanden sein. So auch in Ober- und Niederspay. Bei einem Brand in Oberspay erfolgte die Alarmierung durch das läuten der Brandglocke auf der alten Schule. Die ersten organisierten Feuerwehren gab es Anfang bis Mitte des 18 Jahrhunderts. Auch Oberspay hatte vor Ende des 19. Jahrhunderts eine Feuerwehr, was durch die Druckspritze von 1896 bewiesen ist. So ist aktenkundig ein Brand am Hause Goebel vom 4.8.1914, der durch den Einsatz von Ledereimern und der alten Spritze bekämpft wurde. Bekannt ist auch das in der Zeit von 1914-1933 eine Wehr von ca. 40 Mann bestand.
 

Löschkarren 1928 FF OberspayLöschkarren von 1928, wurde in den 50er Jahren nach Siebenborn abgegeben und durch moderne Technik ersetzt.
 

Laut mündlicher Überlieferung fand mindestens einmal jährlich und zwar am Fastnachtsmontag eine Wehrübung statt. Leider lassen sich aus dieser Zeit kaum Aufzeichnungen über weitere Aktivitäten, auch keine über das Gründungsjahr finden. Als Gründungsjahr für die heutige Freiwilligen Feuerwehr Spay ist das Jahr 1933 belegt.

1933 Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Oberspay 

Das Feuerlöschgesetz vom 15.12.1933 (beim Aufräumen des Speichers von Josef Jacobi gefunden) besagte, dass in jedem Ortspolizeibezirk eine Wehr sein muss einer leistungsfähigen und dem Orte angepassender 1 Halbzug 27 Mann 1 Führer 1 Normalzug 35 Mann oder 2 Halbzügen in Stärke 55 Mann oder Löschzuzg. Ausrüstung einzelner Halbzüge 250m Schlauch Normalzug 500m Schlauch. Die Feuerwehr ist im Auftrage der Polizeibehörde. Nach pflichtgemäßem Ermessen des Führers kann er nicht haftbar gemacht werden. Die Bestätigung des Feuerwehrführers durch Polizeibehörde als Hilfspolizei. Aktive von 18 - 60 Jahre. Die Beschaffung der Geräte und Unterhaltung ist Verplichtung der GEmeinde auch die Prüfung laut Gesetz März 1936. Nach Frage der Ortspolizeibehörde 7 1/2km unentgeltlich Hilfe zu leisten. Der Feuerwehrführer hat anzuordnen die Brandwachen und auch die Verantwortung.

 

Durch die damaligen politischen Verhältnisse wurde die sog. Freiwillige Pflichtfeuerwehr ins Leben gerufen. Der erste Wehrführer war bis zum Jahre 1936 Andreas Becker, dieser wurde von Wilhelm Schuth abgelöst, der die Freiwillige Feuerwehr Oberspay bis 1950 führte. In den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges existierte praktisch die Freiwillige Feuerwehr eine Zeitlang nicht, da ihre Mitglieder eingezogen waren und an der Front dienten. Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr Spay wurden durch die Bopparder Wehr wahrgenommen. Die noch zu Hause gebliebenen Wehrmänner wurden bei Einsätzen in die Bopparder Wehr integriert. So ist urkundlich belegt, dass die Bopparder Wehr unter Mithilfe von Spayer Feuerwehrleuten in Spay eingesetzt war, zur Bergung von Verschütteten aus durch Bomben zerstörten Häusern. Nachfolger des 1950 ausscheidenden Wehrführers Wilhelm Schuth wurde bis zum Jahre 1956 Josef Jakobi. In den Nachkriegsjahren lag die Ausstattung der Feuerwehr sehr im Argen. In den 50er Jahren wurde dann die ersten Neuanschaffungen getätigt, 1956 eine TS 8/8 für die o. g. alte Spritze und im Jahre 1958 ein Tragkraftspritzenanhänger. 

Einweihung | © Freiwillige Feuerwehr Spay

Einweihung | © Freiwillige Feuerwehr SpayEinweihung neues Gerätehaus Kirmessonntag 18.08.68
 

Zwischenzeitig war Heinrich Alt von 1956 - 1958 Wehrführer, wurde 1958 von Alfons Schweikert abgelöst der die 20 Mann starke Wehr bis 1960 leitete. Im gleichen Jahr wurde die alte Brandglocke auf der alten Schule außer Dienst gestellt und durch eine moderne Sirene ersetzt. Die Lage des Ortes am Rhein verpflichtet auch, den Gefahren durch diesen Strom zu begegnen. So konnten die Spayer und Bopparder Feuerwehrleute die „MS Gottvertrauen“ vor dem Sinken bewahren.

vl: ?, Paul Mathy, Werner Schuth, Adolf Müller, Richard Schweikert, Stefan Vaßen | © Freiwillige Feuerwehr SpayÜbung 1963 mit dem Tragkraftspritzenanhänger in der Rheinstrasse
 

Ausstand A. Weingart | © Freiwillige Feuerwehr SpayAusstand Adolf Weingart 1968
 

Mannschaft | © Freiwillige Feuerwehr Spay
Mannschaft um 1936 mit Werführer W. Schuth (2 v.r.)
 

Das Jahr 1960 war für die Oberspayer Feuerwehr ein bedeutungsvolles Jahr. In diesem Jahr wurde die heute noch bestehende Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Spay sowie ein Trommler und Pfeifencorps gegründet. Die Ausbildung sowie den Vorsitz übernahm Herr Johann Staaden. Am 1. Mai 1960 wurde der Freiwilligen Feuerwehr auf Grund eines Gemeinderat Beschlusses hinter der Volksschule auf Gemeinde eigenem Gelände ein Platz angewiesen auf dem ein Proberaum für die Musikkapelle errichtet werden konnte. Das Gebäude wurde von Mitgliedern der Feuerwehr und der Musikkapelle in freiwilliger, unentgeltlicher Arbeit errichtet. An technischer Ausrüstung fehlte der Wehr zu dieser Zeit doch einiges. Ein Feuerwehrfahrzeug war noch nicht vorhanden, der Tragkraftspritzenanhänger musste noch von den Wehrmännern gezogen werden. Wehrführer von 1960 – 1961 war Willi Dennert, der wiederum von Paul Mathy 1961-1963 abgelöst wurde. Oberbrandmeister Manfred Krämer der die Leitung 1963 übernahm, gelang es die Gemeindevertretung für die Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges zu gewinnen.

 

Manfred Krämer an der TS8 1962 | © Freiwillige Feuerwehr Spay1962 Manfred Krämer an der TS8
 

 Am 24.9.1965 wurde das Löschgruppenfahrzeug nach Spay überführt und am 24.10.1965 durch Pfarrer Friedrich eingesegnet. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr unter Leitung von Willi Schmidt umrahmte die Feierstunde mit festlichen Weisen. In anerkennenden Worten dankte Oberbrandmeister Manfred Krämer der Gemeindevertretung für die Anschaffung und Finanzierung des Löschgruppenfahrzeuges. Der Firma Stelzer dankte er für den kostenlosen Einbau einer Lautsprecheranlage im Wert von inges. 1000.-DM.

Fuhrpark FF Oberspay | © Freiwillige Feuerwehr Spay1970, links TSF der Feuwewehr Niederspay, rechts LF8 
 

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Oberspay war das Jahr 1966. Am 10.2.1966 wurde von der damals noch autonomen Gemeindevertretung Oberspay der Beschluss gefasst, ein Feuerwehrgerätehaus an der Mainzer Straße auf dem Pausenhof der ehemaligen Volksschule zu errichten. Mit den Bauarbeiten wurde am 3.6.1966 begonnen. Wie es in der Urkunde, die bei der Grundsteinlegung am 14.6.1966 eingemauert wurde heißt, haben Maurermeister Josef Müller und Oberbrandmeister Manfred Krämer den Entwurf dieses Gebäudes gefertigt.

 Grundsteinlegung Bürgermeister | © Freiwillige Feuerwehr SpayGrundsteinlegung August 1968 mit Bürgermeister Linnenweber vom Boppard-Land mit Oberbrandmeister Manfred Krämer
 

Der Gebäudekomplex umfasst 1400 m3 umbauten Raum und beinhaltet neben den Fahrzeug Hallen Sanitären Einrichtungen auch einen modernen Schulungsraum. Die Kosten von 145000,-DM wurden zu 2/3 von der Ortsgemeinde Oberspay und zu 1/3 vom Land Rheinland-Pfalz übernommen. An der Einweihung durch Pastor Friederich am Kirmessonntag, dem 18.8.1967, nahm ein großer Teil der Bevölkerung, die Feuerwehr und Ehrengäste teil, u. a. Landrat Dr. Weiler, St. Goar, Kreisbrandinspektor Kirch, Amtsbrandmeister Peter Mertens, Bürgermeister Heinrich Alt sowie sein Stellvertreter Josef Jakobi. Die Festveranstaltung fand im Festzelt unter Mitwirkung der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr statt. Mit dem neuen Gerätehaus konnte nun die technische Ausrüstung verbessert werden. So wurden 1968 die ersten 3 Preßluftatmer angeschafft. Wehrführer Manfred Krämer stellte auf der Jahreshauptversammlung am 1.3.1969 fest, das der Gerätebestand sehr gut und der Schlauchbestand gut sei.

 

50 Jahre | © Freiwillige Feuerwehr Spay50 Jahre Feuerwehr
 

Roter Hahn 1972 | © Freiwillige Feuerwehr Spay1972 Roter Hahn in Frankfurt
 

LF80 | © Freiwillige Feuerwehr SpayDie erste Übung an der Michaeliskapelle mit dem LF8 Opel Blitz
 

Tag der offenen Übung 1975 | © Freiwillige Feuerwehr Spay
Tag der offenen Tür, Übung 1975
 

Schaumübung | © Freiwillige Feuerwehr Spay1970 mit Pulver-Feuerlöscher

 

1997 Mähdrescher | © Freiwillige Feuerwehr Spay1997 Mähdrescher in Siebenborn

 

Feuerwehr Niederspay

Die Feuerwehr Niederspay existierte auch schon um 1920. Davon zeugt ein originaler Löscheimer, damals noch aus Leder gefertigt. Zu Zeit ist er in einer Vitrine im Feuerwehr-gerätehaus Spay ausgestellt. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt eine Motorspritze der Firma August Hönig GmbH, Armaturen u. Metallgießerei, aus Köln Nippes. Sie wird zurzeit renoviert und findet anschließend auch ein Zuhause im Gerätehaus.
 

Freiwillige Feuerwehr Niederspay 1942 | © Freiwillige Feuerwehr SpayFeuwehr Niederspay 1942
 

In den 50 ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts belegen Fotos von  Feuerwehrkameraden aus Niederspay auch den Besuch auf der Landesfeuerwehrschule in Koblenz Oberwerth. Bis in die 70 ziger Jahre gab es jedoch keine organisierte Löscheinheit. Am 3.5.1970 erfolgte dann die feierliche Einweihung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges. Die Mannschaft war zu dieser Zeit 18 Mann stark. Im gleichen Jahr wurde dann auch die Freiwillige Feuerwehr Niederspay gegründet. Ende 1975 wurde diese Löschgruppe jedoch wieder aufgelöst und teilweise mit Fahrzeug in die Freiwillige Feuerwehr Oberspay integriert.
 

1976 Motoryacht | © Freiwillige Feuerwehr Spay1976 Havarie Motorjacht auf dem Braubacher Grund

 

1986 | © Freiwillige Feuerwehr Spay1986, der erste Atemschutzgeräteträger Lehrgang auf Landkreis-Ebene in der VG Rhens
 

Manfred Krämer und Landrat Albert Berg-Winters | © Freiwillige Feuerwehr Spay1993 Landrat Albert Berg-Winters gratuliert Manfred Krämer zum Goldenen Ehrenzeichen am Bande des Landes Rheinland-Pfalz
 

1994 | © Freiwillige Feuerwehr Spay1994, die ersten Einnahmen aus dem Fährbetrieb an Tal Total, 1000 DM, werden dem Förderkreis der Peterskapelle gespendet
 

Quellen: Franz-Werner Schweikert, www.feuerwehr-spay.de


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