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Das Vereinsjahr 2019/2020

Die Gründung des Fördervereins Spay am Rhein e.V. erfolgte am 22. August 2019 im Gemeindezentrum von Spay nach der lebhaften Gründungsveranstaltung, in deren Verlauf zahlreiche kreative Veränderungen der Vereinssatzung in einer Niederschrift zur Gründungsversammlung führten.

Der neu gewählte Vorstand unter seinem Vorsitzenden Thomas Reichmann leitete im Anschluss die ersten Verwaltungsschritte ein, um den Verein einzutragen und eine Anerkennung als gemeinnütziger Verein zu erhalten. Überrascht wurde das Team schon von Beginn an beim Versuch, den Verein bei Gericht eintragen zu lassen: Eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts forderte in einem zähen bürokratischen Prozess mit Hindernissen und juristischen Fußangeln zahlreiche Änderungen in der Formulierung der Satzung. Eine erneute Gründungsversammlung wurde erforderlich!

Das Vorstandsteam war sich jedoch von Beginn an absolut sicher, dass die in der Gründungsversammlung beschlossene und vorgelegte Satzung absolut in Ordnung war. Ein aus dieser Ratlosigkeit hinzugezogener Rechtsanwalt und ein anschließender klärender Schriftverkehr mit dem Amtsgericht führte schließlich dazu, dass die Satzung auch in dieser ursprünglichen Form anerkannt wurde. Das Amtsgericht stellte fest, dass im Gegensatz zu der Meinung der Mitarbeiterin bei Gericht, die offenbar als Urlaubsvertretung oder ähnliches eingesetzt war, beim Amtsgericht eine andere Rechtsauffassung bestand. Am 23. April 2020 erfolgte nach acht Monaten (!!) schließlich die ordentliche Eintragung ins Vereinsregister.

Das anschließende Ziel einer Anerkennung als „Gemeinnütziger Verein“ durch das zuständige Finanzamt in Koblenz führte dann jedoch zu einem kleinen Dämpfer, der dazu geführt hat, dass wir bis heute noch nicht als „gemeinnützig“ anerkannt sind. Einerseits sind die rechtlichen Hürden und Anforderungen an Satzung und Buchführung bei einem Förderverein wie dem unseren sehr hoch. Andererseits – und das ist viel wichtiger – würde sich eine Gemeinnützigkeit so gestalten, dass der Förderverein Spay am Rhein e.V. ausschließlich andere gemeinnützige Organisationen fördern könnte – eine Beschränkung, die wir nicht bereit waren, hinzunehmen. 

Trotz dieser anfänglichen Hindernisse begannen wir als frisch eingetragener Verein inmitten der ersten Corona-Welle sofort mit den weiteren Schritten unserer Vorstandsarbeit. Ziel war es, schnellstmöglich unsere Arbeitsfähigkeit herzustellen.

Im ersten Schritt kümmerte sich unser Schatzmeister Heinz Alt um die Einrichtung der Bankkonten bei Volksbank und Sparkasse. Aufgrund eines Gemeinderatsbeschlusses vom September 2019 erhielt der Förderverein Spay am Rhein e.V. durch die Gemeinde einen Gründungszuschuss in Höhe von fast zehntausend Euro. Als Verein waren wir ab dem Zeitpunkt dieser Kontoeröffnungen somit finanziell handlungsfähig.

In einem weiteren Schritt richtete der zweite Vorsitzende Stefan Eich den Internet-Auftritt unseres Vereins ein und kümmerte sich auch um die notwendige Vernetzung im Hintergrund durch die Einrichtung eines E-Mail-Servers sowie eines geeigneten Netzwerkspeichers im Internet. Unter der Internet-Adresse https://foerderverein-spay.de waren ab diesem Zeitpunkt Neuigkeiten rund um den Verein sowie weitere wertvolle Informationen wie zum Beispiel unsere Vereinssatzung rund um die Uhr abrufbar.

In seiner „normalen“ Vereinsarbeit investierte der Vorstand von Beginn an viel Zeit in die Entwicklung eines Konzeptes für ein Weinfest 2021. Hierzu trafen sich am 6. November Mitglieder des Vorstandes des Fördervereins mit den Spayer Winzern sowie der Weinbruderschaft Breyer Hämmchen, um das große Fest im September 2021 vorzubesprechen. 

Im November 2019 kümmerte sich der Vorstand auch um die Umsetzung des Buchprojektes von Dr. Alexander Ritter, in dem die Geschichte der Gemeinde Spay aufgearbeitet werden soll. Der Förderverein beabsichtigte hierzu, die Finanzierung und den Vertrieb sicherzustellen. Angebote für die Realisation und sonstige Anfragen wurden eingeholt und auch hier ist ein Werbekonzept in der Erstellung. 

Ebenfalls aufwendig gestaltete sich auch die Entwicklung eines Sponsoring-Konzeptes und dessen Betreuung. Als das Konzept bereits im Winter 2019 stand, machte uns auch hier die Corona-Krise erst einmal einen Strich durch die gesamte Rechnung, da wir in diesen auch für die Wirtschaft schwierigen Zeiten nur schwerlich Sponsorengelder erwirtschaften konnten.

Weitere Veranstaltungstypen auch schon für das Jahr 2020 wurden angedacht, wie eine „Lange Tafel“, ein „Picknick im Weinberg“ oder „Kulinarische Sommernächte“. Hierzu gab es im Dezember weitere Gespräche mit den Winzern. Es wurde beschlossen, im Juni 2020 im Oberdorf eine solche „Lange Tafel“ am Rhein aufzubauen, die von den Winzern und den Gastronomen in Spay versorgt werden sollte. Selbst die musikalische Untermalung war schon organisiert. Alles umsonst. Das Jahr 2020 war für solche Veranstaltungen verloren.

Das Jahr 2020 stand weit über die für uns ausgefallenen Veranstaltungen hinaus voll und ganz im Zeichen des Coronavirus. Erst im Juni konnte die Vorstandsarbeit unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen werden. Trotz aller Beschränkungen hatten wir unsere Arbeit in der Zwangspause nicht ganz eingestellt, denn es wurde die Idee einer Online-Weinprobe geboren und dafür eine Projektgruppe unter Leitung von Melanie Krämer eingerichtet. Nach dieser „ersten Welle“ im Frühjahr 2020 griff ab Herbst 2020 die „zweite Welle“ um sich, woraufhin auch die ordentliche Mitgliederversammlung am 29. Oktober 2020 aufgrund der Vorgaben und Einschränkungen in der erneut und immer weiter um sich greifenden Corona-Pandemie auf unbestimmte Zeit verschoben werden musste. 

Zwischenzeitlich übernahm der Förderverein im Juli 2020 die organisatorische Betreuung der Muttergottes-Kapelle, die den 200 Jahre alten Pilgerweg von Spay hinauf zum Siebenborner Flur krönt. Die Kapelle wurde jahrelang von engagierten Spayer Bürgerinnen und Bürgern in vorbildlicher Art und Weise verwaltet und mit Hilfe eines tatkräftigen Helferteams hingebungsvoll gepflegt.

Diese Außenmannschaft blieb der Kapelle treu und übernahm dankenswerterweise auch weiterhin die Pflege. Überhaupt sprach der Förderverein allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich rund um die Muttergottes-Kapelle in der Vergangenheit engagiert haben und auch zukünftig weiter engagieren, seinen ausdrücklichen Dank aus. 

Zum Zeitpunkt der Berichtsschreibung plante der Förderverein, die Informationen rund um die Kapelle und den Pilgerweg auch online verfügbar zu machen und mit dem Einverständnis der Beteiligten neben den historischen Daten auch die Menschen rund um die Kapelle zu erwähnen. Hierzu sollten im weiteren Verlauf des Jahres 2021 die ersten Schritte eingeleitet werden.

Ebenfalls im Juli wurde die konkrete Vorbereitung einer Online-Weinprobe im September zum Schwerpunkt unserer Arbeit. Ein Design für die zu bestellenden Weingläser wurde entworfen und abgestimmt. Außerdem wurde ein Informations-Flyer entwickelt, der den Weinpaketen beigelegt werden konnte.

Auch der September war geprägt durch die Vorbereitung und dann auch der Durchführung der Online-Weinprobe. Zur Vorbereitung und Werbung mussten die Werbe-Flyer gedruckt und verteilt werden, die Weinpakete wurden verpackt und teilweise per Privat-PKW ausgeliefert.

Die Film- und Übertragungstechnik von Weinprobe@Home wurde durch Michael Dempe vom Offenen Kanal Koblenz bereitgestellt, der das Ereignis auch als Aufnahmeleiter begleitete. Die Licht- und Audiotechnik wurde durch den freiwilligen Einsatz von Rouven Backes und Martin Reif sichergestellt. 

Das gesamte Team rund um Weinprobe@Home schuf mit dieser Live-Übertragung einen Qualitätsstandard, der sich vor niemanden verstecken brauchte. Der Erfolg der Veranstaltung hat den großen Aufwand und auch die Kosten im Nachhinein absolut gerechtfertigt.

Der Vorstand des Fördervereins sprach seinerzeit nochmal seinen Dank und seine Anerkennung gegenüber all den Menschen aus, die Weinprobe@Home durch ihren Einsatz erst möglich gemacht hatten.

Nach der Online-Weinprobe befasste sich der Vorstand hauptsächlich mit der Planung der Mitgliederversammlung 2020, die noch weitere Treffen wie die Tagung des Gesamtvorstandes am 12. November zur Entscheidung über die Fördermittelvergabe nach sich ziehen sollte. Mit der Corona-bedingten Absage dieser Jahreshauptversammlung rückten diese Termine jedoch auch wieder in den Hintergrund. 

Mit dem Blick in die Zukunft bis in das Jahr 2021 ließ unsere Vereinsarbeit aus Sicht des Vorstandes auch unter den bestehenden Corona-Bedingungen keine Langeweile aufkommen: Wie erstmals in 2019 stand für uns der Terminkalender des Vereinsrings für das Jahr 2021 wieder auf der Tagesordnung. Hierzu wurden noch im November über die entsprechenden Kanäle die notwendigen Koordinierungsgespräche geführt, um im Dezember wie gewohnt einen gedruckten Veranstaltungskalender an alle Haushalte verteilen zu können – mit einem aus Vereinssicht recht dünnen ersten Halbjahr.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit in der nächsten Zeit war die Organisation und Durchführung einer weiteren Online-Weinprobe gemeinsam mit den Spayer Karnevalisten. Geplant war zum damaligen Zeitpunkt eine Veranstaltung an einem Wochenende im Februar. Hier waren im Berichtszeitraum noch einige Vorabsprachen zu treffen und der Förderverein befand sich noch ganz am Anfang seiner Planungen. 

Der Vorstand zeigte sich mit dem ausgehenden Jahr 2020 äußerst zuversichtlich, dass sich die Lage im kommenden Frühjahr zunächst mit Abstand und zunehmender Wärme sowie anschließend mit einem Corona-Impfstoff spürbar verbessern wird. Alle Beteiligten drückten für unser schönes Spay die Daumen, rieten, aufeinander aufzupassen und am besten gesund zu bleiben.

Was für ein gruseliges Jahr 2020… Und trotzdem konnte unser Förderverein etwas bewirken

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